Wie Rassismus das tägliche Leben beeinflusst


Zwei heikle und virulente Themen standen im Mittelpunkt des jüngsten „Roten Abends“ des SPD Ortsvereins Offenburg: Rassismus und weibliche Genitalverstümmelung.


Vorstandsmitglied und integrationspolitischer Sprecher Sebastian Henties gab einen Abriss, was Rassismus im Alltag bedeutet, wie Rassismus das tägliche Leben vieler Menschen beeinflusst. Henties stammt aus einer „multikulturellen“ Familie und hat Rassismus selbst erfahren. Das beginne bereits in der Schule, wenn Kinder gedankenlos nachplappern, was sie im Familienkreis aufgeschnappt haben.


„Dabei sind Kinder von Natur aus erstmal vorbehaltlos, und es ist ihnen egal, welche Hautfarbe der Spielkamerad hat “, sagte Henties. „Racial Profiling“ sei nicht nur ärgerlich, sondern demütigend und verachtend: da würden Menschen grundlos kontrolliert an Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen, nur aufgrund ihrer Hautfarbe. Dass das nicht nur eine leere Behauptung ist, weiß Henties aus eigener Erfahrung. "Jeder mit offensichtlichem Migrationshintergrund kann wohl ein Buch darüber schreiben“, meinte er und bedauerte, dass Rassismus immer noch nicht wirklich ernst genommen werde. „Es wird als Thema nicht so in der Gesellschaft diskutiert, wie es diskutiert werden müsste.“ Henties sieht den Grund darin, „dass die meisten Menschen in diesem Land noch nie in dieser demütigen Situation waren, wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft schlechter oder mindestens anders behandelt zu werden als andere“.


Vorurteile, so der Referent, seien ja grundsätzlich nichts Verwerfliches, „die hat erstmal jeder zu irgendeiner Gegebenheit oder gegenüber einer Person. Es muss aber unser großes Ziel in dieser Gesellschaft sein, diese Vorurteile abzulegen und sich auf das ,andere´ oder ,fremde´ Gegenüber einzulassen“.


Mit dem alltäglichen Rassismus ist auch die online aus München zugeschaltete Fadumo Korn konfrontiert. Die aus Somalia stammende Menschenrechtsaktivistin ist gerade mit der Verdienstmedaille des bayrischen Landtags ausgezeichnet worden.


„Man muss gesellschaftlich lernen, miteinander auf Augenhöhe zu kommunizieren, dem Menschen einen gewissen Respekt zu erweisen“, sagte sie. Korn arbeitet mit jungen Frauen aus Kriegsgebieten, betreut aber auch Frauen, die Opfer weiblicher Genitalverstümmelung geworden sind. Sie erklärte den Gästen den kulturellen Hintergrund und die Praktiken dieser entwürdigenden Methode.

„Man soll immer das Gute im Menschen sehen, aber leider scheint man derzeit bei vielen Geflüchteten gerade aus Afrika erstmal nur das Schlechte zu bemerken“, beendete Henties den Abend. „Das muss sich grundlegend ändern, dafür arbeite ich.“