Task Force: Impfungen für Wohnungslose


Wer wird wann geimpft? Die Frage wird heftig diskutiert und leider werden oft ganze Gruppen vergessen, sei es, dass sie nicht laut genug „rufen“ oder das Hin-und Her des Impf-Procedere nicht genau verstehen. Aber es läuft immer besser (großes Dankeschön an alle Helfenden!), und es gibt erfolgreiche Geschichten: Der Förderverein Pflasterstube hat mit dem Impfen von wohnungslosen Menschen im Ortenaukreis mit den Schwerpunkten Offenburg/Lahr/Kehl/ Achern begonnen. Es wurde in Kooperation mit dem Gesundheitsamt, dem Ursulaheim und der Wärmestube eine Task Force gegründet. Aufklärungsgespräche wurden geführt, Termine vereinbart, Daten eingegeben. Danach bekamen die „Impflinge“ einen Laufzettel mit ihrem Termin. Die Wohnungslosen können so unkompliziert geimpft werden. Auch andere Städte wie Köln oder Mannheim gehen inzwischen außergewöhnliche Wege, um Leuten in sozialen Brennpunkten mit hoher Inzidenz eine Impfchance zu geben. In Mannheim wird so der Stadtteil Hochstätt durchgeimpft, unabhängig von Alter und Prio-Gruppe. Dieses niederschwellige Modell soll zeigen, ob die Infektionszahlen im Stadtteil sinken und wie die Impfbereitschaft ist. Der Quartiersmanager berichtet über viele Menschen, die Schlange stehen und auf ihre Impfung warten. Zu wünschen wäre, dass für solche Aktionen genügend Impfstoff bereitgestellt wird! Das ist Sozialpolitik vom Feinsten. Könnten ähnliche Initiativen auch Offenburgund den ländlich strukturierten Ortenaukreis voranbringen? Die Erfahrungen der Pflasterstube und die aus anderen Städten sprechen dafür!

- Loretta Bös

(Quelle: Offenblatt)